Ein elektrischer Weidezaun wirkt dadurch, dass Tiere bei Berührung mit dem Leitermaterial einen unangenehmen aber ungefährlichen Stromschlag erhalten. Das funktioniert deshalb, weil in dem Moment der Berührung ein Stromkreis geschlossen wird: Der Strom fließt dann vom Weidezaungerät durch das Leitermaterial durch das Tier und über die Erde zurück zum Weidezaungerät. Eine saubere Erdung ist also Voraussetzung dafür, dass der Weidezaun verlässlich funktioniert.

Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps zur Erdung deines Weidezauns.

 

Die Bodenbeschaffenheit

Nochmal etwas detaillierter: Da das Weidezaungerät mit dem Weidezaun und der Erde verbunden ist, entsteht zwischen Zaun und Erde eine Spannung. Berührt ein auf dem Boden stehendes Tier den Zaun, wird der Stromkreis geschlossen und der Strom fließt durch das Tier und die Erde zurück zum Gerät.

Strom fließt umso besser, je geringer der Widerstand ist. Die Erde kann einen sehr hohen Widerstand darstellen und somit die Funktion des Weidezauns beeinträchtigen, weil der Strom nicht in genügendem Maß zurück zum Weidezaungerät fließen kann.

Ziel der Erdung ist es also, den Erdwiderstand zu minimieren. Das erreicht man durch eine gute Leitfähigkeit der Erde, mehrere Erdstäbe und eine sorgfältige Verbindung der Erdstäbe untereinander und mit dem Weidezaungerät.

Die Leitfähigkeit der Erde wird durch Feuchte begünstigt. Trockene Böden sind für die Erdung nicht geeignet. Bei eher trockenen Böden kann man den Widerstand der Erde durch die Verwendung weiterer Erdstäbe und/oder tieferes Einschlagen der Erdstäbe verringern.

 

Die Erdstäbe

Die Erdstäbe sind aus rostfreiem, verzinkten Stahl und sollten mindestens einen Meter lang sein. Sie werden so tief in die Erde gerammt, bis sie auf feuchtes Erdreich stoßen, mindestens 1 m tief. Werden mehrere Stäbe verwendet, muss der Abstand zwischen ihnen mindestens 3 m betragen. Verbunden werden sie dann unterirdisch in Reihe mit einem Hochspannungskabel. Der erste Erdstab wird mit dem Erdanschluss des Weidezaungeräts verbunden.

Auch die Impulsenergie spielt eine Rolle bei der nötigen Anzahl an Erdstäben. Bei Weidezaungeräten mit 1 Joule reicht in der Regel ein Erdstab mit 1 m Länge. Bei Weidezaungeräten mit 2 bis 5 Joule sollten mindestens 2 bis 3 Erdpfähle mit 1 m Länge verwendet werden.

Und vergiss nicht, mindestens 10 m Abstand zu anderen Erdungssystemen einzuhalten. Sonst kann es zu einem Überschlag der Spannung kommen.

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Wie du messen kannst, ob deine Erdung einwandfrei funktioniert, schildern wir Dir hier.

 

Der Blitzschutz

Aufgrund der Erdung sind elektrische Weidezäune hervorragende Blitzableiter, weshalb auch oft genug Blitze einschlagen. Durch die übermäßige Spannung eines Blitzeinschlags wird das Weidezaungerät zerstört. Dann ist a) der Zaun nicht mehr funktionstüchtig und du musst unter Umständen deine Tiere wieder einfangen und b) musst du dir ein neues Weidezaungerät kaufen. Noch schlimmer kommt es, wenn das Weidezaungerät mit einer Steckdose verbunden ist. Dann wandert der Blitzeinschlag nämlich direkt weiter in die Steckdose und kann einen Hausbrand auslösen. (Das verhindert der gesetzlich vorgeschriebene FI-Schutzschalter.)

Baue, um das alles zu verhindern, ein Blitzschutzgerät zwischen Zaun und Weidezaungerät und verbinde es auch mit der Erdung. Da sich Strom immer den Weg des geringsten Widerstands sucht, wird der Blitz am „extra Widerstand“ Blitzschutzgerät in die Erde abgeleitet, bevor er das Weidezaungerät erreicht. Puh – Glück gehabt.

 

Der Zaunschalter

Falls du einen Zaunschalter verwendest, um den Weidezaun bei drohendem Gewitter abzustellen, musst du auch diesen mit der Erde verbinden. Der Zaunschalter leitet dann den Blitz schon vor dem Blitzschutzgerät in die Erde. Überprüfe nach einem Blitzeinschlag, ob Blitzschutz und Zaunschalter noch funktionstüchtig sind und tausche sie ggf. aus.

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