Trotz noch so sorgfältigen Aufbaus eines Weidezauns gibt es immer mal wieder Situationen, in denen wir ihn reparieren müssen. Beschädigungen an Zaunpfählen, Isolatoren oder dem Leitermaterial sind recht einfach zu identifizieren und zu beheben, z.B. mit den Litzclip® Weidezaun Verbindern.

Wenn jedoch auf dem Weidezaun zu wenig oder gar keine Spannung mehr anliegt – bei sensiblen Tieren mindestens 2.500 Volt, bei robusten Tieren mindestens 4.000 Volt -, gestaltet sich die Fehlersuche etwas schwieriger. Wir empfehlen dir dafür diese vier Schritte:

  1. Prüfung auf Ableitungen entlang des Weidezauns
  2. Prüfung des Weidezaungeräts
  3. Prüfung der Zaunzuleitung
  4. Prüfung der Erdung

 

Schritt 1: Prüfung auf Ableitungen entlang des Weidezauns

Laufe zu aller erst deinen Weidezaun ab und überprüfe, ob es irgendwelche sichtbaren Schäden oder Ableitungen gibt. Das können sein:

  • Bewuchs oder heruntergefallene Äste am Zaun -> entfernen
  • Leitermaterial hat Kontakt mit dem Boden -> spannen/verbinden
  • durchgeschlagene Isolatoren -> durch neue Isolatoren ersetzen
  • gebrochene Metall-Leiterdrähte -> Leitermaterial austauschen
  • geknotetes Leitermaterial -> durch Edelstahl-Verbinder ersetzen

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du die Leitfähigkeit deines Weidezauns verbesserst, indem du das Leitermaterial alle 200m senkrecht miteinander verbindest.

 

Schritt 2: Prüfung des Weidezaungeräts

Sind keine äußeren Einflüsse erkennbar, überprüfe als nächstes das Weidezaungerät. Dafür trennst du am ausgeschalteten Gerät den Zaunanschluss, aber nicht den Erdanschluss! Schalte das Gerät ein und prüfe mittels eines Zaunprüfers, ob die Ausgangsspannung des Weidezaungeräts über 6.000 Volt beträgt. Falls ja, kannst du das Gerät wieder mit dem Weidezaun verbinden und gehst zu Schritt 3 über. Falls nein, überprüfe die Stromversorgung des Geräts. Eventuell musst du den 12 Volt Akku aufladen, die 9 Volt Batterie auswechseln oder die 230 Volt Versorgung von einem Fachmann überprüfen lassen. Ein Hinweis darauf gibt dir eine rot blinkende oder nicht leuchtende LED am Weidezaungerät. Ist die Stromversorung des Geräts scheinbar in Ordnung, ruf den Service an!

 

Schritt 3: Prüfung der Zaunzuleitung

Sollte die Fehlerursache nicht am Weidezaungerät zu finden sein, überprüfe als nächstes die Zuleitung zum Zaun. Dafür misst du die Zaunspannung am Ende der Zaunzuleitung. Auch hier solltest du mindestens 6.000 Volt messen können. Ist das der Fall, ist auch die Zaunzuleitung intakt und du machst weiter mit Schritt 4. Liegt die Spannung unter 6.000 Volt, ist die Zaunzuleitung gestört. Bei einer unterirdischen Zuleitung kann das Untergrundkabel defekt sein. Stelle sicher, dass du ein hochspannungsfestes Untergrundkabel verwendest! Bei einer überirdischen Zaunzuleitung kann es sein, dass es irgendwo zwischen Weidezaungerät und Weidezaun zu Ableitungen kommt: Hat die Zuleitung Kontakt zum Gebäude? Z.B. durch Efeu oder Gebüsch oder an einer Dachrinne? Falls ja, beseitige den Grund der Ableitung, falls nein, geht es weiter mit Schritt 4.

 

Schritt 4: Prüfung der Erdung

Für die Prüfung der Erdung musst du zuerst den Zaundraht in ca. 10 m Entfernung der Geräte-Erdung mittels Eisenstäbe kurzschließen. Dann kannst du die Spannung direkt am Geräte-Erdstab mittels Digitalvoltmeter prüfen. Liegt die Spannung über 1.000 Volt, verbessere die Erdung und achte auf diese Punkte:

Liegt die Spannung am Erdstab unter 1.000 Volt, ist mit der Erdung alles in Ordnung und der Fehler muss irgendwo in der Zaunanlage liegen. Gehe nochmal Schritt 1 durch, ob nicht doch irgendwo z.B. ein Isolator durchgeschlagen ist. Prüfe dann nochmal mittels Zaunprüfer die Spannung am Zaun.

Wir hoffen, dass es dir mit dieser Anleitung gelingt, das Problem in deiner Weidezaunanlage zu finden und zu beheben. Hier kannst du dir eine noch detailliertere Schritt-für-Schritt Anleitung von den Experten bei AKO Agrar herunterladen:

Kostenlose Anleitung zur Fehlersuche im Weidezaun